„True Crime mit liebevoller Figurenzeichnung – „Luisa" schafft den Spagat zwischen der spannungssichernden Form eines Whodunnit und einem ruhig, ja lakonisch beobachtenden Blick auf die Lebenswelt von Luisa, der den skandalösen Missbrauch genauso alltäglich erscheinen lässt, wie er ist.“
nachtkritik
„Celina Schaaf spielt mit Bravour LUISA, die der Belastung standhält – wütend und tapfer, in einem Drama, in der Inklusion eine Selbstverständlichkeit ist.“
KinoKino
SYNOPSIS
LUISA ist vor kurzem von zu Hause ausgezogen und neugierig, was das Leben
für sie bereithält. Sie liebt Partys, ist für jeden Spaß zu haben, lässt sich auf
Flirts und kleine Abenteuer ein. Sie lebt in der Wohngruppe einer Einrichtung
für Menschen mit Behinderung am Rande einer deutschen Kleinstadt. Dort
erhält sie Unterstützung in ihrem oft turbulenten Alltag. Unbemerkt wird Luisa
zunehmend stiller, in der Wohngruppe geht das alltägliche Leben weiter, bis
unerwartet festgestellt wird, dass Luisa schwanger ist. Luisa selbst sagt nicht,
wie das passiert ist, sie schweigt. Jede und jeder weiß, dass ihr Freund Anton
nicht zeugungsfähig ist. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch liegt nahe.
Luisa entschließt sich, die Schwangerschaft abbrechen zu lassen. Die Polizei
wird eingeschaltet und versucht herauszufinden, ob eine Straftat vorliegt. Die
Ermittlungen werden zur Belastungsprobe für Luisa, ihre Beziehung zu Anton
und für das gesamte Personal der Wohneinrichtung.
LOGLINE
LUISA lebt in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Sie ist 22 Jahre alt und neugierig auf das Leben. Unbemerkt wird Luisa immer stiller, der Alltag in der Wohngruppe geht weiter, bis unerwartet festgestellt wird, dass Luisa schwanger ist. Sie erzählt niemandem, was passiert ist, sie schweigt. Es wird sexueller Missbrauch vermutet. Ein Drama. Ein True Crime.
„Ziel war es, die Erzählung um Luisa und ihre Auseinandersetzung mit den Grenzverletzungen, die ihr
zustoßen, möglichst einfühlsam und respektvoll zu umkreisen. Parallel sollte die häufig verborgene
Lebenswelt von Menschen mit Behinderung in jener machtvollen Institution zeigen, die sie beschützen
soll, aber zugleich bedrohlich für ihre körperliche Integrität und ein selbstbestimmtes Leben ist. Denn
Bio Regie: JULIA ROESLER
Julia Roesler studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim, Gaststudien in
Freiburg und Argentinien. Seit ihrem Diplom arbeitet sie als freischaffende Regisseurin. Sie hatte
Lehraufträge an der HBK Braunschweig, Mozarteum Salzburg, Uni Hildesheim und der
Bundesakademie Wolfenbüttel. Als Gründungsmitglied von werkgruppe2
JULIA ROESLER, Regie
Julia Roesler studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim, Gaststudien in
Freiburg und Argentinien. Seit ihrem Diplom arbeitet sie als freischaffende Regisseurin. Sie hatte
Lehraufträge an der HBK Braunschweig, Mozarteum Salzburg, Uni Hildesheim und der
Bundesakademie Wolfenbüttel. Als Gründungsmitglied von werkgruppe2 (dazugehören auch die
Komponistin Insa Rudolph und die Dramaturgin Silke Merzhäuser) führt sie Regie bei allen
dokumentarischen Theaterarbeiten und hat bis heute über 20 Inszenierungen realisiert. 2020 wurde
die Filmproduktion werkgruppe2 filmproduktion gegründet, mit dem sie zu dritt Film-Produktionen
entwickeln, bei denen Julia Roesler jeweils Regie führt. 2018 gewann der erfolgreiche erste hybride
Kurzfilm MARINA beim DOK Leipzig den Preis für den besten deutschen kurzen Dokumentarfilm. Es
folgten weitere preisgekrönte Kurzfilme (FREDDA MEYER, ANNA, SCHWESTER JOHANN BAPTIST)
und mit LUISA, der erste realisierte Spielfilm. Derzeit arbeitet sie zusammen mit Silke Merzhäuser an
einem nächsten geförderten Drehbuch mit dem Arbeitstitel NELKENSTRASSE 16.
Das Theaterensemble MEINE DAMEN UND HERREN
aus Hamburg ist eine feste Gruppe von
Performer*innen mit und ohne Behinderung. Seit 1996 hat die Gruppe eine Vielzahl an
Theaterstücken entwickelt und sie u.a. auf Kampnagel sowie auf überregionalen Bühnen und
Festivals auf die Bühne gebracht. Dabei arbeitet sie in allen Gewerken (Regie, Choreographie,
Dramaturgie, Bühne, Kostüm etc.) mit erfahrenen Kolleg*innen vornehmlich aus der freien Szene
zusammen. 2022 erhielt die Gruppe den Tabori Preis, bundesweit die höchste Auszeichnung für die
Freien Darstellenden Künste.
Celina Scharff
Katharina Bromka
Michael Schumacher
Melanie Lux
Josefine Großkinsky
Noa Michalski
Matthias Zalachowski
Lina Strothmann
Dennis Seidel
Trixi Strobel
Martin Schnippa
Hadi Khanjanpour
Tim Porath
Gina Calinoiu
Bernd Hölscher
Sarah Hostettler
Alrun Hofert
Mathias Max Herrmann
Eva Löbau
Peter Lohmeyer
Regie: Julia Roesler
Buch: Silke Merzhäuser, Julia Roesler
Kamera: Frank Amann
Musik: Insa Rudolph
Montage: Anne Jünemann
Sounddesign: Sebastian Tesch
Mischung: Ansgar Frerich
Szenenbild: Thomas Rump
Kostüm: Anna-Leena Rieger
Maskenbild: Hanna Buß
Produktionsleitung: Günter Fenner
Beratung Inklusive Filmproduktion: Sophie Arlt
Produktionsassistenz
Meine Damen und Herren/ barner 16
Janne Plutat
Aufnahmeleitung, Produktionskoordination
Marianna Martens
Zusatz Aufnahmeleitung
Emma Göttgens
Produktionsassistenz
Katharina Hotes,
Paulina Gioia
Dreh-Begleitung Meine Damen und Herren/ barner 16
Simone Burckhardt, Lone Lausen, Henrik Weber, Martha Gerstenberg, Isabel Nagel
Schauspielcoaching
Cornelia Dörr
Produzentinnen: Silke Merzhäuser, Andrea Ufer, Gunter Hanfgarn, Julia Roesler, Insa Rudolph
Redaktion
Lucia Haslauer (ZDF)
Regieassistenz
Niclas Zöllner
Dramaturgie
Silke Merzhäuser
Dramaturgische Beratung
Tina Kaiser
Fachberatung
Claudia Chodzinski,
Jörn Dieterich
Der Debüt-Kinospielfilm LUISA, der als Koproduktion von werkgruppe2, Hanfgarn & Ufer und dem ZDF-Das kleine Fernsehspiel entstanden ist, wurde mit einem professionellem Cast aus zehn Schauspieler*innen mit und zehn Schauspieler*innen ohne Behinderung realisiert, das ist ein enormes Alleinstellungsmerkmal und hat es so mindestens in Deutschland noch nicht gegeben.
Das Drehbuch wurde von Julia Roesler und Silke Merzhäuser auf Basis einer monatelangen Recherche in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung geschrieben. Neben der individuell bewegenden Geschichte der jungen Bewohnerin LUISA sollen auch die Strukturen, die die extrem hohen Fallzahlen von Missbrauch an Frauen mit Behinderung ermöglichen, gezeigt werden.
In der Drehbuchentwicklung wurde mit dem inklusiven Ensemble MEINE DAMEN UND HERREN aus Hamburg zusammengearbeitet, von denen auch einige Schauspieler*innen zum Cast gehören. Gemeinsam wurden die Figuren so weiterentwickelt, dass sie sowohl in Bezug auf die eigene inhaltlich-künstlerische Vorstellung, als auch in Hinblick auf vorhandene Barrieren für die Schauspieler*innen spielbar wurden. Während des Drehs wurden sowohl geskriptete, als auch improvisierte Szenen gefilmt.
REGIE KOMMENTAR: Julia Roesler
„Ziel war es, die Erzählung um Luisa und ihre Auseinandersetzung mit den Grenzverletzungen, die ihr
zustoßen, möglichst einfühlsam und respektvoll zu umkreisen. Parallel sollte die häufig verborgene
Lebenswelt von Menschen mit Behinderung in jener machtvollen Institution zeigen, die sie beschützen
soll, aber zugleich bedrohlich für ihre körperliche Integrität und ein selbstbestimmtes Leben ist. Denn
wenn es die Strukturen der Heimunterbringung sind, die Missbrauch in dem Maße ermöglichen, also
Institutionen, die Schutz für ausgerechnet die vulnerabelsten Menschen in der Gesellschaft
versprechen und nicht halten können, wie können wir das szenisch und visuell abbilden? Und wie
können wir als Gesellschaft das verändern?<br
Für den Dreh war es wichtig, einen inklusiven Cast an unserer Seite zu haben, mit dem all diese
Fragen diskutiert werden können, um möglichst wenige Stereotype über Menschen mit Behinderung
zu reproduzieren und natürlich auch die Perspektive von Menschen mit Behinderung laut zu
machen. Die Erfahrung der Zusammenarbeit mit den Schauspieler*innen des Ensembles MEINE
DAMEN UND HERREN war geprägt von Offenheit und großem gegenseitigen Vertrauen,
wobei Celina Scharff als Luisa in ihrer ersten großen Rolle eindeutig das mitreißende Kraftzentrum
des Films ist, fokussiert, fragend, fordernd, entschlossen, eigensinnig.“
Gefördert mit Mitteln der Nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH
BKM - Beauftragte der Bundesregierung für Film und Medien
Deutscher Filmförderfonds
ausgezeichnet mit dem 20. Bremer Dokumentarfilm Förderpreis